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Der Rheingau

Der Rheingau

Kraftvoll von barocker Fruchtigkeit, überwiegend herb. Der Rebbau konzentriert sich auf die beiden Spitzensorten Riesling und Spätburgunder. Die Ernten werden um der Qualität willen niedrig gehalten. Ohne dass die Winzer groß darüber reden, ist naturschonende Anbauweise im Rheingau die Regel. Die Kellerwirtschaft hat einen hohen Stand, nicht zuletzt durch die Arbeit der weltweit angesehenen Weinbau- Forschungsanstalt in Geisenheim.

Abbildung: Kloster Eberbach - Cabinettkeller

Der Rheingau ist eine einheitliche Weinlandschaft. Nur die Lagen in Lorch und Lorchhausen, deren Weine durch ihren erdig-mineralischen Geschmack etwas aus dem Rahmen fallen, lassen schon die Grenze zum Mittelrhein erahnen.

Bei Rüdesheim, gekrönt vom Niederwalddenkmal, blicken die steilen Weinberge exakt nach Süden. Hier beginnt das klassische Rheingau mit seinen schweren Böden, bestehend aus fettem Lehm und verwittertem Urgestein. Diese Erde macht den Riesling zum König, gibt dem Wein eine in der Welt einmalige Fruchtigkeit, die mal an Pfirsich, mal an Aprikose erinnert.
Der Rheingau endet am Main, vor den Toren Frankfurts. Letzter bedeutender Weinort flussabwärts ist Hochheim. "A good hock keeps off the doc" - ein guter Hochheimer Wein macht den Arzt überflüssig. Ein bekanntes Zitat der berühmten Queen Victoria. Der dortige Riesling ist ungemein füllig und hat einen unverkennbaren, schon fränkisch anmutenden erdigen Ton.