Aber erlaubt ist, was gefällt – und was schmeckt. Jedem Genießer kann man nur empfehlen, zu probieren und seinem eigenen Geschmack zu vertrauen. Nur so lässt sich herausfinden, welche Kombination in welcher Stimmung welcher Situation am besten passt. Und auch hier zeigt sich die schier unendliche Vielfalt heimischer Tropfen als unschätzbarer Vorteile. Denn so wird garantiert jeder Genießer fündig.
Es gilt also die Regel, dass es keine Regel gibt.
Generell wird davon ausgegangen, dass man zu leichten, zarten Speisen auch leichte, trockene Weine reicht. Entsprechend empfehlen viele zu einem kräftigen oder gut gewürzten Essen auch kräftige, würzige deutsche Weine. Warum? Weil feine, zarte Geschmacksnuancen sehr empfindlich sind und daher durch stärkere Ausprägungen leicht verdrängt werden können. Das aber soll ja bei einem guten Essen meist nicht so sein. Weder soll der Wein die Speise noch die Speise den Wein überlagern. Ideal ist eine gleichwertige Kombination, die sich harmonisch ergänzt. Genießer wissen im Übrigen, dass dieses Zusammenspiel mehr ist als die Summe seiner Teile. Ein an sich schon würziges Essen kann in Weinbegleitung an Aroma gewinnen. Umgekehrt kann ein sehr trockener Wein in Verbindung mit Speisen ungleich milder wirken. Die Korrespondenzen zwischen gutem Essen und gutem Wein sind zahllos – und was kann es Schöneres geben, als sie zu studieren? Noch schöner ist nur, die vielfältigen Kombinationen selbst zu probieren.
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