Terroir

Kennzeichen der Weinlandschaft Burgund ist die extreme Zerstückelung der Reblagen. Auch wenn diese Zersplitterung auf die Napoleonischen Erbgesetze zurückgeht, ist sie doch auch dadurch begründet, dass vielfältige geologische Formationen auf engstem Raum nebeneinander vorzufinden sind und für die Mannigfaltigkeit an Düften und Aromen der burgundischen Weine verantwortlich sind. Und mehr noch als die mikroklimatischen Voraussetzungen bringen die Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit die Einzellage (climat) hervor. Diese Climats, die sehr anschauliche Namen tragen (wie z.B. “Les Cailles = die Wachteln, “Genevrières” = Wacholdersträucher, “Clos des Ormes” = Weinberg der Ulmen etc.), sind kleine Anbauflächen von einigen Hektar Größe. Oft umfassen sie auch nur einige Ar. Sie entsprechen “einer ‘natürlichen Größe’, die sich in der Einheitlichkeit des Weines äußert, den sie hervorbringt” (A. Vedel). Worauf diese Einheitlich letztendlich zurückzuführen ist und warum die Parzellengrenzen gerade so verlaufen, wie sie verlaufen, ist immer noch nicht abschließend geklärt. “Wir wissen zwar immer noch nicht, warum ein Wein, der 10 Meter von einer anderen Lage entfernt erzeugt wird, gänzlich anders schmeckt als der Wein der Nachbarlage, obwohl er auf dieselbe Art vinifiziert wird. Aber seit über 1000 Jahren wissen wir, dass es so ist” (Chantal Tortochot , Winzerin aus Gevrey-Chambertin). “Die Parzellen, welche die besten Weine hervorbringen, sind den Winzern schon seit Jahrhunderten bekannt. Jedoch ist es bis heute nicht gelungen, das Rätsel zu entschlüsseln” (Th. Vaterlaus - Die Weine aus Burgund). “Neuere Untersuchungen haben die (oft empirisch festgestellten) Beziehungen zwischen den Böden und den Reblagen bestätigt, die zur Entstehung der Appellationen, der Crus oder der climats führten. So konnte man beispielsweise im Gebiet der Côte de Nuits 59 Bodentypen ermitteln, die sich in ihrem Aufbau oder in ihren physikalisch-chemischen Merkmalen (Hanglage, Anteil an Steinen, Tongehalt etc.) unterscheiden und tatsächlich mit der Unterscheidung der Appellationen Grand Cru, Premier Cru, Villages und regionale AOC übereinstimmen” (Hachette 1999). zurück


(C) 2006 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken